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Regionale Podcasts, Trend oder sinnvoll

Katharina Gerlach ist eine Kollegin, die sich – getriggert durch die Corona Krise – gerade in letzter Zeit in das Thema Podcasts eingearbeitet hat. Da sie besonders das Thema “Regionale Podcasts” bearbeitet und ich finde, dass das ein sehr spannender Bereich ist, habe ich sie gebeten, einen Artikel hier auf Podcast Monkey zu schreiben. Vielen Dank – besucht Katharina´s Seite Moderatoren Pool Deutschland

Markus

Ein klares Ja zur Sinnhaftigkeit mit Ausrufezeichen! kommt von mir, Katharina Gerlach, Podcasterin aus Berlin. Ich habe gemeinsam mit einem Berliner Bezirksbürgermeister ein regionales Infotainment-Format entwickelt – ein klassisches Beispiel für regionale Podcasts.

Katharina Gerlach

Ausgelöst wurde die Idee durch die Corona-Abstandsregeln. Bürgermeister sind gerade im Sommer eigentlich ständig in ihrer Kommune unterwegs, sie eilen von der Einweihung zur Sprechstunde, vom Bürgerfest zur Ausstellungseröffnung. Im Corona-Jahr 2020 fiel das alles aus und der Bürgermeister wollte den Kontakt zu seiner Stadt, zu seinen Bürgern nicht verlieren. Da war ein Podcast die beste Option – die Rathauszeitung gab es bereits, die Internetseite des Bezirks ebenfalls. Wann haben Sie das letzte Mal eine Rathauszeitung gelesen? Wahrscheinlich können Sie sich nicht daran erinnern. Und der Web-Auftritt der Kommunen ist meist sehr formell und schon die Suche nach Ansprechpartnern macht keinen Spaß.

Anders der Podcast. Der ist eine echte Alternative für diejenigen, die Interesse am Bezirk und an politischen Vorgängen haben. Denn im Podcast wird erzählt, was los ist und auch Hintergründe können einfach erklärt werden. Ein schlagendes Argument für regionale Podcasts!

Der Bürgermeister-Podcast ist völlig unkompliziert aufgebaut, er besteht nur aus zwei Rubriken. Nach dem Intro (Jingle) kommen ca. 10 Minuten „Neues aus dem Rathaus“. Hier antwortet der Bürgermeister auf Fragen, die natürlich vorher abgesprochen sind. So berichtet er jeden Freitag von der Woche im Rathaus. Gab es Beschlüsse, die für die Bürger interessant sind? Sind neue Radwege entstanden, neue Kitas eingeweiht worden? Über die Faktenlage hinaus können durch die Fragen auch Hintergrund-Themen angesprochen werden. Zum Beispiel, warum Lichtenberg als familienfreundlicher Bezirk zertifiziert wurde und was das eigentlich bedeutet.

Die Zielgruppe ist auf den ersten Blick klein, es sind eben die Bürger*innen des Bezirks (immerhin fast 300.000 Menschen). Natürlich wäre es schön, wenn das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt würde. Aber es gibt noch mehr Argumente für regionale Podcasts. Der Verfasser, in diesem Falle ein Bürgermeister, kann im Podcast seine Haltung verdeutlichen. Er kann nicht nur zur Einhaltung der Corona-Abstandsregeln aufrufen, sondern auch persönlich werden. Dafür ist viel Platz in der zweiten Rubrik „Kümmerer und Macher*innen“, in der aktive Menschen des Bezirks vorgestellt werden. Diese Gespräche führt der Bürgermeister selbst, fragt nach, vertritt seine Meinung, wird persönlich. Hier wird klar, dass er keine Politiker-Sprache spricht, sondern die Dinge beim Namen nennt, dass er sich auskennt, dass er aus dem Bezirk kommt, dass er sich im besten Sinne kümmert.

Der Podcast ermöglicht die Deutungshoheit, der Verfasser kann seine Themen und die Schwerpunkte seiner Arbeit selber setzen und in der ganzen Stadt, in der Region bekannt machen. Mit seiner eigenen Sprache. Das kann nur ein Podcast leisten. Und deswegen eignen sich Podcasts für regionale Themen!

Der Podcast auf podcast.de.

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